Fearful Christmas
Der Feind in meinem Haus
Klappentext
Eine verschneite Nacht.
Ein Fremder.
Eine verhängnisvolle Begegnung.
Megan wollte nur ein ruhiges Weihnachten verbringen, während ein Schneesturm die Hamptons in eisige Stille taucht. Doch als ein Fremder an der Tür klingelt, ahnt sie nicht, dass dieser Abend ihr Leben für immer verändern wird
Was als unerwarteter Besuch beginnt, entwickelt sich zu einem Spiel aus Angst und Verlangen
Fearful Christmas ist der Debütroman von Daniel Heart – ein intensiver Dark-Romance-Thriller, der die Grenzen zwischen Angst und Verlangen verschwimmen lässt.
Ein literarischer Alptraum, aus dem man nicht entkommen will – düster, fesselnd und gefährlich sexy. Für alle, die sich gern verlieren … in der Dunkelheit eines fremden Blicks.
Triggerwarnung
Angstzustände & Panikattacken
Emotionale Manipulation
Familienkonflikte
Fesselung
Gefangenschaft
Körperliche Gewalt (inkl. Bedrohung, rohe Sprache, teils brutale Szenen)
Kontrollverlust
Kostümierter Täter (z. B. in Santa-Verkleidung)
Menschenhandel
Moralisch ambivalente Entscheidungen und Handlungen
Mord
Offenes Ende mit emotionaler Ambivalenz
Ohnmacht / Bewusstlosigkeit
Psychische Manipulation
Sexuelle Handlungen mit Machtgefälle
Sexuelle Spannung in Zwangssituationen
Sexueller Missbrauch an Schutzbefohlenen
Tod
Traumatische Erlebnisse / Flashbacks
Vergewaltigung an Erwachsenen und Schutzbefohlenen
Vertrauensbruch
Weihnachten als belastendes Setting. (z. B. Isolation, Gewalt in festlichem Kontext)
Leseprobe
Strangers to Lovers, Homeinvasion, Trauma Bonding, Spice, Dangerous Man x Innocent Girl, Open Ending
Erster Band der Dilogie
Der zweite Band ist im August 2026 erschienen.
Tropes
Kapitel 1
Kurz nach Einbruch der Abenddämmerung hatte sich die Dunkelheit über die Hamptons gelegt. Nur der gelegentliche Wind, der durch die Äste der hohen Bäume zog, durchbrach die Ruhe. Das große Südfenster des Hauses erstrahlte in einem warmen Licht und bot einen klaren Blick in das Innere des geschmackvoll eingerichteten Zimmers.
Ein prachtvoller Weihnachtsbaum verdeckte die Mitte des Fensters. Eine junge Frau bewegte sich im Hintergrund hin und her, mal sichtbar, mal verschwunden. Der Bildschirm eines Smartphones erleuchtete ihre arglosen Züge; sie hatte keine Ahnung, dass sie beobachtet wurde.
Ein Mann stand regungslos im Schatten der hohen Hecke, die das Anwesen umgab. Sein Gesicht blieb in der Dunkelheit verborgen, doch sein Blick lag fest auf der Frau. Er stand lautlos, die Haltung entspannt, der Atem gleichmäßig. Er konzentrierte sich darauf, unbemerkt zu bleiben, eins mit der Dunkelheit zu werden.
Der Schneefall hüllte die Umgebung in Weiß. Die Kälte der Nacht störte ihn nicht. Vollkommene Konzentration lag in seinem Ausdruck, wie bei einem Raubtier kurz vor dem Angriff.
Er hielt den Blick starr auf das Fenster gerichtet. Das warme Licht aus dem Inneren ließ die Silhouette der Frau sanft erstrahlen.
Plötzlich sah sie in seine Richtung.
Hat sie mich gesehen? Sein Körper spannte sich an, er bewegte sich keinen Zentimeter. Ihre Augen starrten in die Dunkelheit, als suchten sie etwas, oder jemanden. Die Anspannung wuchs in ihm, aber er blieb unbeirrt. Sie konnte ihn nicht bemerken.
Nach einem Moment winkte sie ab, als hätte sie den Gedanken an eine Bewegung draußen als Einbildung abgetan, um sich dann wieder dem Weihnachtsbaum zuzuwenden.
Die Frau hatte ihn nicht bemerkt. Sie schob sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, bevor sie etwas vom Boden aufhob. Eine helle, flache Kiste mit einer Schleife gebunden.
Ein Geschenk.
Der Mann trat einen Schritt näher, vorsichtig, der Schnee knirschte unter seinen schweren Stiefeln. Er kannte die Frau im Inneren nicht persönlich, doch er wusste, wie sie hieß: Megan.
Kapitel 2
Megan starrte auf das Bild ihres lachenden Vaters auf ihrem iPhone, eingequetscht zwischen der angezeigten Uhrzeit 17:42 Uhr in strahlend weißen Lettern und dem grünen Hörer darunter. Verwundert über den Videoanruf, nahm sie ihn entgegen. Ihre Eltern sollten seit mehr als zehn Stunden in der Luft sein, praktisch fast landen. Obwohl Megans Familie keineswegs zu den Ärmeren zählte, weigerte sich ihr Vater hartnäckig, während solcher Langstreckenflüge die teure Satellitenverbindung der Airlines zu nutzen. Er leitete die Finanzen eines weltweiten Konzerns und war daher schon von Berufs wegen geizig.
»Liebling … wir können nicht von Minsk abfliegen… Flughafen technische Probleme … können nicht starten. Es … kommenden Stunden nichts daran ändern … müssen … morgen früh … versuchen …«
Die Stimme aus dem iPhone klang abgehackt, fremd. Und doch ließ der vertraute Klang zwischen den Störungen keinen Zweifel daran, wer da sprach.
Er trug, wie meist, einen Rollkragenpullover, dieses Mal in einem tiefen Marineblau, ein hochwertiger beiger Kaschmir-Schal lag locker um seinen Hals. Die wenigen Haare hatte er akkurat gestutzt; sie bildeten kaum mehr als einen schmalen Kranz um seinen Kopf. Sein rundliches Gesicht zeigte sich wie gewohnt glattrasiert, kein einziges Härchen störte das makellose Bild, das er stets von sich präsentierte.
Die Verbindung war katastrophal. Zwischen den unzähligen Unterbrechungen sah Megan, dass ihr Vater sprach, seine Worte aber nicht zu hören waren.
Lippenlesen gehört nicht zu meinen Stärken.
Ein technisches Problem hatte dem vorweihnachtlichen Urlaub ihrer Eltern ein unschönes Ende bereitet.
In der Hoffnung auf eine bessere Verbindung sah sie wartend aus dem Fenster. Draußen wirbelte der Schnee in dichten Flocken durch die Luft, der Wind peitschte gegen die Fensterscheibe und ließ die kahlen Äste der Bäume erzittern.
Innerhalb weniger Stunden versank die Landschaft unter einer dicken, zuckerweißen Schneedecke. Ein Schneesturm in den Hamptons. Genau das, was ihre Freundin Emily ihr beim Brunch am Morgen prophezeit hatte.
»Du wirst heute Abend mit deinen Eltern in eurem Haus festsitzen«, hatte sie gelacht und sich eine Himbeere von ihrem Obstsalat geschnappt. Megan hatte nur mit den Schultern gezuckt, denn es gab schlimmere Vorstellungen, als Weihnachten mit ihren Eltern eingeschneit zu sein.
Doch jetzt saß sie allein im Landhaus fest. Seit ihrem Abschluss am College sah sie selten Nachrichten; diese deprimierten sie. Krieg, Korruption, Katastrophen. Und so hatte Megan nicht mitbekommen, dass dieser Sturm herannahte.
Enttäuschung überkam sie. Klar, sie war einundzwanzig Jahre alt, eine erwachsene Frau, hatte mit Bestnoten das College beendet und somit kein Kind mehr. Aber Weihnachten ohne ihre Eltern empfand Megan als schrecklich. Sie kannte beide gut genug, um zu wissen, dass diese sich mit Sicherheit genauso unwohl mit dem Gedanken fühlten, dieses für die Familie wichtige Fest ohne ihre einzige Tochter zu verbringen.
Obwohl die Verbindung weiterhin instabil blieb, ließ der Gesichtsausdruck ihrer Eltern keinen Zweifel an ihrer Enttäuschung. Megan sah in den Augen ihres Vaters, wie ihn die Situation bedrückte.
So hatte sie ihn lange nicht mehr gesehen.
»Es tut … leid … Schatz.«
Hinter ihrem Vater erschien Patricia, Megans Mutter, im Bild. Ihre Lippen bewegten sich stockend zur abgehackten Stimme. Sie bemühte sich um ein Lächeln, sah perfekt aus, genau wie immer: strahlend und tadellos. Patricia gehörte zu den Frauen, die scheinbar nicht alterten. Die blonden Strähnen lagen makellos frisiert, nicht ein Härchen schien sich zu widersetzen. Sie trug ihr Haar wie so oft in einer eleganten Hochsteckfrisur, die ihre hohen Wangenknochen und das jugendliche, kaum von der Zeit gezeichnete Gesicht betonten. Ihr Stil wirkte zeitlos. Der Kaschmirpullover saß wie maßgeschneidert, am Hals schimmerte die zarte Perlenkette, ergänzt durch die passenden Ohrringe.
Patricias Stimme klang gedämpft durch das Rauschen.
Ist die Verbindung aus dem letzten Jahrhundert?
»Wir versuchen … aber … Flughafen … heute gesperrt. Vor morgen früh … nicht weitergehen. Es tut … leid, dass … nicht bei dir … können …«
Megan nickte enttäuscht.
»Nicht schlimm.«
Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Sie versuchte, gelassener zu klingen, damit ihre Eltern sich nicht noch schlechter fühlten, konnte ihre Enttäuschung aber nicht überspielen. Megan hatte sich geweigert, mit ihnen zu fliegen, und nun saß sie allein im festlich dekorierten Landhaus inmitten eines Schneesturms in den Hamptons fest. Das Verhältnis zwischen ihr und ihrem Vater hatte sich in den letzten Monaten verändert. Genauer gesagt seit Mai, als sie ihr Grundstudium im Fachbereich Politikwissenschaften abgeschlossen hatte.
Megans Vater bestand darauf, dass sie ihr Studium genau dort fortsetzte, um Anwältin zu werden. Welche Pläne sie hatte, interessierte ihn nicht. Megan hatte keine konkreten Ziele. Erst einmal musste sie Abstand vom College gewinnen. Herausfinden, was sie mit ihrem Leben anfangen wollte. Andere hätten faul daheim herumgelungert. Aber nicht Megan. Sie arbeitete, obwohl sie es aus finanziellen Gründen nicht brauchte.
Eine von ihren Bekannten, eine Influencerin, hatte sie gebeten, ihr etwas unter die Arme zu greifen.
»Es … alles gut«, versuchte ihr Vater, sie zu trösten. Er kannte sie zu gut und wusste, wie schwer sie diese Nachricht traf.
Doch Megan hörte aus seiner Stimme, dass selbst er nicht an seine eigenen Worte glaubte.
»… Überraschung, … du nicht so traurig bist. Wir haben dir …«
Er lächelte, doch sein Lächeln erreichte weder seine Augen noch seine Stimme. Der Versuch, fröhlich zu wirken, war zu deutlich. Megans Blick fiel auf ein Geschenk, das seit der Abreise ihrer Eltern unter dem Baum lag. Trotz des Geizes ihres Vaters, wenn es um Satellitentelefonie aus dem Flugzeug ging, zeigte er sich gegenüber Megan und ihrer Mutter Patricia stets großzügig. Sie zwang sich zu einem Lächeln. Diese Überraschung ersetzte nicht die Gegenwart ihrer Eltern, aber sie wollte, dass ihr Vater sich gut fühlte.
»Danke, Dad.«
Sie klang zwar fröhlich, doch in ihrem Inneren war sie traurig.
Während sie das hell erleuchtete Display betrachtete, wünschte sie sich, sie hätte die Möglichkeit, wie durch Magie durch das iPhone zu greifen und die beiden zu sich zu ziehen. Das wäre ein Weihnachtswunder.
Für Megan war es keine Überraschung, was in diesem Geschenkkarton lag. Dafür musste sie ihn nicht einmal ansehen.
Es zählte zu den Familientraditionen, dass die Familie sich am vierundzwanzigsten Dezember in neue Pyjamas kleidete. Zur Tradition gehörte, dass stets ein wohlgenährter Santa engagiert wurde. Der gebuchte Weihnachtsmann fand immer ein paar Worte, die ihr Vater vorweg als Skript über die Agentur übermitteln ließ. Ebenso legte Santa jedes Mal Geschenke unter den prachtvollen Baum und posierte mit der Familie für ein paar Schnappschüsse.
Zum Abschluss dieser Tradition folgte das alljährliche Familienfoto auf der Treppe.
Doch in diesem Moment füllte diese schöne Erinnerung Megans Herz mit Trauer. Sie hatte ihre Eltern vor ein paar Jahren gebeten, auf einen Santa zu verzichten. Sie war kein kleines Kind mehr. Ihr Vorschlag machte ihren Vater und vor allem ihre Mutter damals so traurig, dass sie sofort zurückruderte und nie wieder darum bat, mit der Familientradition zu brechen.
Die Verbindung brach zunehmend ab. Nach ein paar tröstenden Worten verabschiedete sich Megan von ihren Eltern, legte ihr Smartphone auf den Couchtisch und schritt langsam durch das Wohnzimmer Richtung Weihnachtsbaum.
Ende der Leseprobe
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